Gedenkstätten

Wie findet man eine "Form" für das Gedenken? Diese Frage ist auch in Berlin teilweise hochumstritten gewesen.

 

Das Holocaust-Mahnmal

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas war im Vorfeld seiner Erbauung ein großes Streitthema. Sollte man wirklich ein Denkmal nur für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden errichten und die anderen Opfergruppen damit außen vor lassen? Wie stellt man etwas so Grausames angemessen optisch dar? Das von Peter Eisenmann entworfene Stelenfeld kann man unterschiedliche interpretieren: Die Betonstelen erinnern an Grabsteine. Ihre unterschiedliche Größe und Form sowei der unebene Boden rufen beim Besucher ein Gefühl der Verunsicherung hervor.

Aus dem Kritikpunkt, dass man sich mit diesem Mahnmal auschließlich auf die Juden als Opfer des Nationalsozialismus konzentriere, gingen das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas und das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen hervor.

 

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Das Mahnmal wurde von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Elmgrenn und Dragset entworfen und 2008 eigenweiht. Der Betonquader hat ein Loch in der Mitte, durch das man einen Film sehen kann, in dem sich homosexuelle Paare küssen.

 

Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung

Dieses Denkmal, das im Gedicht thematisiert wird, stammt vom israelischen Künstler Micha Ullmann. Das Denkmal besteht aus einem unterirdischen Raum mit leeren Bücherregalen, den man durch Glasplatten sehen kann. Daneben auf Bronze die Inschrift:

 

Das war ein Vorspiel nur, dort
wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man am Ende auch Menschen.
Heinrich Heine 1820